Skuddenwolle

Vor kurzem hatte ich über Skudden geschrieben. Letztes Jahr habe ich eine größere Herde in der Schorfheide bei Berlin besuchen können. Nun wollte ich die Wolle auch mal ausprobieren.

Nun kam mir der Zufall zuhilfe. Letzten Mittwoch war ich mit dem Fahrrad unterwegs und kurz vor zuhause kam eine kleine Herde Schafe angelaufen (Mittwochs gehen die Schafe spazieren). Die Schafe waren geschoren und es war auch eine Skudde dabei.

Gestern morgen habe ich das Vlies geholt und gleich verarbeitet.
Von dem 1,1 kg Vlies im Rohzustand habe ich erst mal Bauch, Beine, Po entfernt.

Den Rest habe ich gewaschen, die Flocken bei 1200 Umdrehungen geschleudert (waren dann schon fast trocken) und im warmen Sommerwind getrocknet.

Abends kam dann gleich der "Hero" zum Einsatz. Mein kleines Kardiermaschinchen hat die Wolle wie Butter verarbeitet (so manche Rohwolle musste ich mühsam vorkardieren, nicht so die Skuddenwolle).
Nach dem ersten Kämmen blieben 541 Gramm übrig.

Beim zweiten Kämmen und beim Verspinnen gibt es dann nochmal einen Schwund.

Für eine Jacke oder Pulli braucht man also schon mehrere Schafe.
Skuddenwolle ist ja eher eine Schlichtwolle ohne Crimp (Kräuselung). Vielleicht mische ich sie mit kurzfrasriger Wolle.
Die Wolle hat einen sehr schöne Glanz, das bringt ein Foto leider nicht so rüber.

 Skudde roh
 Von der Rückseite.
 Gewaschen.

Fasern, gekämmt.

Kommentare

  1. Was für eine Arbeit. Aber das Ergebnis sieht kuschelig aus.

    LG Ate

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